genehme Form ist angesichts der vielen guten Romane der
Franzosen. Und man kann doch nicht sagen, dass die Deutschen
die Romane nicht lesen, im Gegenteil, sie verschlingen Un
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massen davon; im Lande fabrizierte und aus der Fremde über
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setzungsweise importierte füllen Leihbibliothekskataloge und
Zeitungen. Vielleicht machen es sich gerade aus diesem so
wohlerkannten Lesebedürfnis heraus die Romaneschreiber so
leicht und haben wir es der Genügsamkeit der romanelesenden
Deutschen zu verdanken, dass der Roman so verkommen ist.
Denn die guten deutschen Romane zu zählen, genügen die Finger
einer Hand und da muss man die Wahlverwandtschaften doppelt
zählen, weil sie kein guter sondern ein ausserordentlicher Roman
sind. — Thomas Mann erzählt in seiner Verfallsgeschichte die
wenig komplizierte Chronik einer norddeutschen Gross-Kauf
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mannsfamilie durch vier Generationen. Den Mut des Autors muss
man vor allem bewundern, der sich mit so beschränkter, be
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schränkender Enge begnügte, den Mut und die ehrliche Rück
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sichtslosigkeit, mit der die wenig aufregenden Ereignisse und
die wenig „interessanten“ Persönlichkeiten durch zwei umfang
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reiche Bände dem Leser intim gemacht werden. Viele Fein
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heit, viel Liebe, Geschmack und Zurückhaltung machen das
Einfache und Gewöhnliche der Vorgänge anschaulich und an
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genehm lebendig. Der Autor setzt keine grosse Maschinerie
in Bewegung, um seinen Roman zu einem Kunstwerk zu steigern,
er kommt mit dem Bescheiden auf das Kleine und Unmittelbare
diesem Ziel nahe. Ungeduldige Leser verträgt das Buch nicht;
die werden darin wenig mehr finden als Heirat — Kindtaufe
— Sterben, oder: Heirat — Scheidung — Sterben, oder:
Sterben — Heirat ... ja, wohl so, aber die Tragik und die
Komik der Kleinen als auch der Grossen, verläuft sie denn
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Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 19.06.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 120 Seiten mit Umschlägen, davon einer färbig (vorderer Umschlag recto)
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Werkdruckpapier
Papiergröße: DIN A5 Format (148 mm × 210 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 1, 2, 3, 5 und 6 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt