Blössen verdeckt. Es ist ein Luxus, als Glücklicher dem Glück
des Augenblickes heiteren Ausdruck zu geben und Gefahr zu
zu laufen, der Erfahrung von heute morgen widersprechen zu
müssen.
Stendhal hat ein berühmtes Buch über die Liebe geschrieben.
Es bietet keine Metaphysik der Liebe; es nimmt die Liebe ganz
einfach als eine Tatsache✎Thatsache, die eine schöne Ursache hat und be
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schrieben werden kann, wie eine goldene Kette, an der das
Glück einherzieht.
Die modernen Psychologen, die sich ihres Blickes — eines
Blickes leidender Menschen — rühmen, stehen dem Weibe
kritisch gegenüber. Sie sehen allzuleicht in der Frau nur die
Gegnerin oder jenes Wesen, in dem Schopenhauer oder
Nietzsche das Hemmnis einer freien Entwicklung erblicken, die
heutzutage, in den Schranken zahmer Unkultur, in den Geleisen
des asketischen Ideals zu verlaufen pflegt. Sie messen die Frau,
die selbst am Leben leidet, im besten Falle an dem eigenen
Idealbilde, das in eine nahe Zukunft weist. Sie drücken, um es
kurz zu sagen, das Weib zu einem theoretischen Wesen herab,
und die Frau, die vielleicht unbewusst nach den Idealen der
Männer lebt, hilft ihnen dabei getreulich mit.
(Fortsetzung folgt im nächsten Heft.)
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 16.06.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 88 Seiten mit Umschlägen, davon einer färbig (vorderer Umschlag recto)
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Werkdruckpapier
Papiergröße: DIN A5 Format (148 mm × 210 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 2, 3, 4, 5 und 6 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt