• Intro
  • Übersicht
  • Register
  • Suche
Die Insel
Inhalt:
Metadaten
div-start - ana: 'prose', type: 'issue', continued: 'true'
div-start - ana: 'prose', resp: 'Nietzsche, Friedrich', continued: 'true'
div-start - ana: 'prose', type: 'chapter', continued: 'true'

Dies unterscheidet den Künstler vom Laien (dem künstlerisch-Empfäng -
lichen): letzterer hat im Aufnehmen seinen Höhepunkt von Reizbarkeit;
ersterer im Geben, — dergestalt, dass ein Antagonismus dieser beiden
Begabungen nicht nur natürlich, sondern wünschenswert ist. Jeder dieser
Zustände hat eine umgekehrte Optik, — vom Künstler verlangen, dass
er sich die Optik des Zuhörers (Kritikers —) einübe, heisst verlangen, dass
er sich und seine schöpferische Kraft verarme ... Es ist hier eine Art
Differenz der Geschlechter: man soll vom Künstler, der gibt✎giebt nicht
verlangen, dass er Weib wird, — dass er „empfängt“ ...

Unsere Aesthetik war insofern bisher eine Weibs-Aesthetik, als nur die
Empfänglichen für Kunst ihre Erfahrungen „was ist schön?“ formuliert
haben. In der ganzen Philosophie bis heute fehlt der Künstler ... Das
ist, wie das Vorhergehende andeutete, ein notwendiger Fehler: denn der
Künstler, der anfinge, sich zu begreifen, würde sich damit vergreifen,
— er hat nicht zurückzusehen, er hat überhaupt nicht zu sehen, er hat zu
geben —. Es ehrt einen Künstler, der Kritik unfähig zu sein ... andern -
falls ist er halb und halb, ist er „modern“.

div-end - ana: 'prose', type: 'chapter', continued: 'true'
div-start - ana: 'prose', type: 'chapter'
5.

DIE Sinnlichkeit, der Rausch und ihre verklärende Kraft, Bilder
des erhöhten, siegreichen Lebens: sodass eine gewisse Voll -
kommenheit in die Dinge gelegt wird.

Umgekehrt: wo die Schönheit und Vollkommenheit sich zeigt,
wird die Welt der Sinnlichkeit und des Rausches mit erregt, aus alter
Verwachsenheit
. Deshalb gehört zum religiösen Glück die Sinn -
lichkeit und der Rausch; und wesentlich insgleichen die sensualistische
Erregbarkeit der Künstler.

„Schön“ wirkt entzündend auf das Lustgefühl; man denke an die ver -
klärende Kraft der „Liebe“. Sollte nicht umgekehrt wiederum das Ver -
klärte und Vollkommene die Sinnlichkeit sanft erregen, sodass das Leben
als Wohlgefühl wirkt? —

div-end - ana: 'prose', type: 'chapter'
246
div-end - ana: 'prose', resp: 'Nietzsche, Friedrich', continued: 'true'
div-end - ana: 'prose', type: 'issue', continued: 'true'
Seite
  • Zurück zum vorherigen Dokument
  • II

  • 4

  • 12

  • 246
  • Weiter zum nächsten Dokument
Metadaten – Jg. II, Heft 12
Schließen
Digitalisierung

Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv

Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern

Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)

Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi

Aufnahmedatum: 11.06.2026

Bildaufnahme: Mehmet Emir

Bildbearbeitung: Felix Granadia

Textträger
Signatur(en)

Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)

Objektbeschreibung

Umfang: 138 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen

Drucktype: Antiqua

Papiersorte: Büttenpapier

Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)

Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt, teilweise fleckig

Einband: Gemeinsam mit den Heften 10 und 11 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt

Copyright OEAW | Impressum/Imprint