ICH erkenne eine Reihe physiologischer Zustände als Zeichen vollen
und blühenden Lebens, welche man heute gewohnt ist, als krank
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haft zu beurteilen. Nun haben wir inzwischen verlernt, von „gesund“
und „krank“ als von einem Gegensatze zu reden: es handelt sich um
Grade, — meine Behauptung in diesem Falle ist, dass, was heute „ge
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sund“; genannt wird, ein niedriges Niveau von dem darstellt, was unter
günstigen Verhältnissen gesund wäre ... dass wir relativ krank sind ...
Der Künstler gehört zu einer noch stärkeren Rasse. Was uns schon schäd
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lich, was bei uns krankhaft wäre, ist bei ihm Natur. — — Aber man
redet uns ein, dass gerade die Verarmung der Maschine die extravagante
Kraft des Erratens jedweder Suggestion ermögliche: Zeugnis unsre hyste
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rischen Weiblein.
Die Ueberfülle an Säften und Kräften kann so gut Symptome der par
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tiellen Unfreiheit, von Sinnes-Hallucinationen, von Suggestions-Raffine
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ment mit sich bringen, wie eine Verarmung an Leben, — der Reiz ist
anders bedingt, die Wirkung bleibt sich gleich ...
Vor allem ist die Nachwirkung nicht dieselbe; die extreme Erschlaffung
aller morbiden Naturen nach ihren Nerven-Exzentrizitäten hat nichts mit
den Zuständen des Künstlers gemein: der seine guten Zeiten nicht ab
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zubüssen hat ... Er ist reich genug dazu: er kann verschwenden, ohne
arm zu werden ...
Wie man heute „Genie“; als eine Form der Neurose beurteilen dürfte,
so vielleicht auch die künstlerische Suggestiv-Kraft, — und unsre Ar
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tisten sind in der Tat✎That den hysterischen Weiblein nur zu verwandt!!!
Das aber spricht gegen „heute“, und nicht gegen die „Künstler“ ...
ES sind die Ausnahmezustände, die den Künstler bedingen: alle, die
mit krankhaften Erscheinungen tief verwandt und verwachsen sind:
sodass es nicht möglich scheint, Künstler zu sein und nicht krank zu sein.
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Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 11.06.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 138 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Büttenpapier
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 10 und 11 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt