Verarmung an Leben, die Ohnmacht, die Auflösung, die Verwesung von
fern nur angeregt wird, reagiert der ästhetische Mensch mit seinem Nein.
Das Hässliche wirkt depressiv: es ist der Ausdruck einer Depression.
Es nimmt Kraft, es verarmt, es drückt ...
Das Hässliche suggeriert Hässliches; man kann an seinen Gesundheits
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zuständen erproben, wie unterschiedlich das Schlechtbefinden auch die
Fähigkeit der Phantasie des Hässlichen steigert. Die Auswahl wird anders,
in Sachen, Interessen, Fragen: es gibt✎giebt einen dem Hässlichen nächstver
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wandten Zustand auch im Logischen, — Schwere, Dumpfheit ... Me
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chanisch fehlt dabei das Gleichgewicht: das Hässliche hinkt, das Hässliche
stolpert ... Gegensatz einer göttlichen Leichtfertigkeit des Tanzenden ...
Der ästhetische Zustand hat einen Ueberreichtum von Mitteilungs
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mitteln, zugleich mit einer extremen Empfänglichkeit für Reize
und Zeichen. Er ist der Höhepunkt der Mitteilsamkeit und Uebertrag
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barkeit zwischen lebenden Wesen, — er ist die Quelle der Sprachen.
Die Sprachen haben hier ihren Entstehungsherd: die Tonsprachen so gut
als die Gebärden- und Blicksprachen. Das vollere Phänomen ist immer
der Anfang: unsere Vermögen sind subtilisiert aus volleren Vermögen.
Aber auch heute hört man noch mit den Muskeln, man liest selbst noch
mit den Muskeln.
Jede reife Kunst hat eine Fülle Konvention zur Grundlage: insofern sie
Sprache ist. Die Konvention ist die Bedingung der grossen Kunst,
nicht deren Verhinderung ...
Jede Erhöhung des Lebens steigert die Mitteilungskraft, insgleichen die
Verständniskraft des Menschen. Das Sich-hineinleben in andre
Seelen ist ursprünglich nichts Moralisches, sondern eine physiologische
Reizbarkeit der Suggestion: die „Sympathie“; oder was man „Altruis
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mus“ nennt, sind blosse Ausgestaltungen jenes zur Geistigkeit gerechneten
psychomotorischen Rapports (induction psycho-motrice [fr] meint Ch. Féré).
Man teilt sich nie Gedanken mit, man teilt sich Bewegungen mit, mi
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mische Zeichen, welche von uns auf Gedanken hin zurückgelesen
werden ...
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 11.06.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 138 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Büttenpapier
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 10 und 11 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt