mit einer Art von Hass — sie schien mir eine Betrügerin, die mich dem
Wichtigsten entziehen wollte.
Zuerst hat man in seiner intellektuellen Leidenschaft den guten Glauben:
aber wenn die bessere Einsicht sich regt, tritt der Trotz auf, wir wollen
nicht nachgeben. Der Stolz sagt, dass wir genug Geist haben, um auch
unsere Sache zu führen. Der Hochmut verachtet die Einwendungen,
wie einen niedrigen, trockenherzigen Standpunkt. Die Lüsternheit
zählt sich die Freuden im Geniessen noch auf und bezweifelt sehr, dass
die bessere Einsicht so etwas leisten kann. Das Mitleid mit dem Abgott
und seinem schweren Loose kommt hinzu; es verbietet, seine Unvoll
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kommenheiten so genau anzusehen: dasselbe und noch mehr tut✎thut die
Dankbarkeit. Am meisten die vertrauliche Nähe, die Treue in der
Luft des Gefeierten, die Gemeinsamkeit von Glück und Gefahr. Ach,
und sein Vertrauen auf uns, sein Sichgehenlassen vor uns, es scheucht den
Gedanken, dass er Unrecht habe, wie einen Verrat, eine Indiskretion
von uns.
Was sind mir Freunde, welche nicht wissen, wo unser Schweres und wo
unser Leichtes liegt! Es gibt✎giebt Stunden, in denen wir unsere Freund
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schaften wiegen.
Habt ihr es nicht erlebt? Man tut✎thut sein Aeusserstes an Selbstüberwindung
und kommt wie ein halber Leichnam, aber siegesfroh aus seinem Grabe
— und die guten Freunde meinen, wir seien recht lustiger und absonder
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licher Laune, merken nichts, aber meinen ein Recht zu haben, mit uns
ihren Scherz zu treiben? Ich glaube, die Jünger in Gethsemane schliefen
nicht, aber sie lagen im Grase und spielten Karten und lachten.
Wie ein Drama sein inneres Leiden sehen ist ein höherer Grad als nur
leiden.
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 26.05.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 90 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Büttenpapier
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 8 und 9 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt