Sobald ihr den christlichen Glauben oder eine Metaphysik zu Hülfe nehmt,
dort, wo eine Wissenschaft aufhört, so nehmt ihr euch die Kraft des
Heroismus: und eure Wissenschaftlichkeit ist tief erniedrigt! Ihr
höchster Accent steht nicht mehr euch zu! Ihr seid kalt und nicht mehr
bewegt, ihr opfert nichts! Daher der abscheuliche Anblick des „Gelehrten“
— er war ohne Grossartigkeit der letzten Absichten, er ging nicht an’s
Ende, sondern knickte dort um und warf sich der Kirche oder dem
Regiment oder der öffentlichen Meinung in die Hände, oder der Dicht
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kunst und Musik. Er bedarf jener Entsagung. —
Das Unpersönlich-nehmen des Denkens ist überschätzt! Ja es ist bei
den stärksten Naturen das Gegenteil wahr! So aber hat man eine Brücke
zur Moral gemacht!!
Plato hat den Erkenntnistrieb als idealisierten aphrodisischen Trieb ge
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schildert: immer dem Schönen nach! Das höchste Schöne offenbart sich
dem Denker! Dies ist doch ein psychologisches Faktum: er muss beim
Anblick und Denken seiner Allgemeinheiten einen sinnlichen Genuss ge
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habt haben, der ihn an den aphrodisischen erinnerte.
Der Anblick der Welt wird erst erträglich, wenn wir sie durch den sanften
Rauch des Feuers angenehmer Leidenschaften hindurch sehen, bald ver
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borgen als einen Gegenstand des Erratens, bald verkleinert und verkürzt,
bald undeutlich, aber immer veredelt. Ohne unsere Leidenschaften ist
die Welt Zahl und Linie und Gesetz und Unsinn, in alledem das wider
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lichste und anmasslichste Paradoxum.
„Wir kommen nie zum Kern der Dinge“: ich sage, wir kommen nie zum
letzten Zipfel unserer Leidenschaften und sehen höchstens vermittelst der
einen über die andere hinaus.
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 26.05.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 90 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Büttenpapier
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt, teilweise fleckig
Einband: Gemeinsam mit den Heften 8 und 9 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt