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Die Insel
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trachtete, so schienen sie ihr bei weitem alles zu übertreffen, wovon sie
hatte rühmen hören. So wurde das empfindsame Mädchen in einem
Augenblick heftig von dem Wohlgefallen zu ihm ergriffen und liess alle
ihre andern Gedanken, indem sie sie insgesamt für geringer hielt als den
edlen und zugleich männlichen Anblick Ugucciones zu gemessen, bis das
Ende des Festes und dieses kurzen Tages bewirkte, dass er mit seinen
Freunden zurückging, woher er am Morgen gekommen war. Die Jung -
frau Antilia blieb gleichermassen bei ihren Genossinnen, wiewohl sie mit
dem besten und grössten Teil ihres Wesens fortgegangen war. Wer
hätte diesen sozusagen einfachen Blick des einen und der andern für ge -
nügend gehalten für eine Phantasievorstellung, geschweige denn für die
so vielen und eigenartigen Folgen, welche die Liebe in den beiden jugend -
lichen Herzen erzeugen sollte? Dass man die in ihnen kaum entstandene
Liebe schon mit grossen Flügeln fliegen und über sie triumphieren sah?
In ihnen beiden war die Süssigkeit, welche durch jenen Blick an diesem
Tage erzeugt war, gestört durch die Bitterkeit des Gedankens, der sich
in sie senkte, wie gegeneinander gestimmt schon seit langer Zeit ihre
Familien gewesen waren, infolge des bitteren Hasses und der schlimmen
Ereignisse zwischen ihnen. Durch den genossenen teuren Anblick ge -
wann von jeder Seite das verliebte Verlangen an Kraft, aber durch jenen
Gedanken mangelte die Hoffnung, es jemals zu seinem gewünschten Ende
zu bringen. Indem das Verlangen in ihnen beständig wuchs, machte es
die Hoffnung grösser, die doch schien geringer werden zu müssen, und
die Gedanken schienen das Verlangen schwächen zu müssen, und machten
es doch immer wärmer und heisser, und, indem es immer die eigene
Speise der Hoffnung, welche es ernähren konnte, bestehen liess, erhob es
sich derart, dass alles von ihm entbrannte und angefüllt wurde. Und am
meisten geschah das im Gemüt des Uguccione, welcher auf keinerlei
Weg einen guten Ausgang seiner Liebe sehend, voller Verzweiflung, oft
zu sich selbst sprach: Wirst du noch nicht zufrieden, noch nicht ge -
sättigt sein, grausames Glück, von so viel Missgeschick und solchem Un -
heil, das mich betroffen hat? Waren dir die Kämpfe nicht genügend, 132

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Metadaten – Jg. II, Heft 3
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Digitalisierung

Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv

Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern

Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)

Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi

Aufnahmedatum: 09.04.2026

Bildaufnahme: Mehmet Emir

Bildbearbeitung: Felix Granadia

Textträger
Signatur(en)

Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)

Objektbeschreibung

Umfang: 124 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen

Drucktype: Antiqua

Papiersorte: Büttenpapier

Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)

Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt

Einband: Gemeinsam mit den Heften 1 und 2 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt

Copyright OEAW | Impressum/Imprint