anderer es sah, und ging noch über sein Vermögen schön gekleidet, wel
-
cher Uguccione hiess. Dieser, angereizt durch das Gerücht des Festes,
machte sich mit einigen Jünglingen aus Colle auf den Weg, von welchen
er wegen seiner liebenswerten Eigenschaften gern gesehen, geschätzt und
gefolgt war, und ging mit ihnen zusammen wohlbereitet nach Strove.
An dem Tage nun, wo sie feierten und tanzten, nach der Gewohnheit
des Landes, die Fremden wie die Einheimischen, ereignete es sich durch
Zufall, dass Uguccione, als er seine Augen wandern liess, Antilia sah,
denn so war die Tochter des Cavaliere Tegolei benannt, welche mit
anderen vornehmen Jungfrauen aus der Nachbarschaft, die gekommen
waren, um den Tag bei ihr zu bleiben, auf einem Balkon stand, der auf
den Platz hinaus ging, indem sie sich an den Tänzen der Bäuerinnen und
ihrer Liebhaber recht erfreuten, welche sie nach dem Ton dörflicher
Musik ausführten in Hoffnung auf die Geschenke, welche dort für die
besten Tänzer zur Schau ausgestellt waren. Von dem neuen Anblick der
wunderschönen Antilia ward nun Uguccione sofort dermassen bewegt
und fühlte sich solchergestalt getroffen, dass er Geist und Sinn verschloss
vor dem Sehen und Hören von allem, was gesagt oder gethan wurde;
ganz versunken war er in Bewunderung und Betrachtung der schönen
Gesichtsbildung, des vornehmen Ansehens und ihrer übrigen Reize, ohne
einen seiner Gedanken darauf zu wenden, ihren Ort zu betrachten, aus
welchem sie ihn entdeckte, wer oder wessen Tochter sie war, indem ihr
Vater seit den Vorfahren her sein bitterer und tötlicher Feind war. Es
genügte dem Geschick nicht, gegen diesen Jüngling solchen Schlag zu
führen, so dass es zu seiner noch grösseren Genugthuung denselben Liebes
-
pfeil gegen die andere Seite abschiessen liess, welcher ebensoviel be
-
wirkte, indem seine Gegenwart und Schönheit auf die zarte Jungfrau
einen tiefen Eindruck machte, welche von ungewohnter und ihr gänz
-
lich neuer Leidenschaft ihre Seele bewegt fühlte, als er auf gute Art
vor ihren Augen stehen blieb, der ihr früher nie zu Gesicht gekommen
war, nur etwa, dass sie einmal von ihm gehört hatte, dass er schön und
tapfer von Person sei: wenn sie aber seine Gestalt und sein Gebahren be-231
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 09.04.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 124 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen
Drucktype: Antiqua
Papiersorte: Büttenpapier
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt
Einband: Gemeinsam mit den Heften 1 und 2 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt