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Die Insel
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Metadaten
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von dieser Erscheinung berührt, wie hier ein Künstler, der auf seinem
speziellen Begabungsgebiete schlechterdings das Unübertreffliche leistet,
in dem Augenblicke zum schwächlichen Nachempfinder wird, wo er
den Boden seiner Kraft verlässt und mit krampfhaften, unschönen Sprüngen
bestrebt ist, einen freien Flug in Sphären vorzutäuschen, die seinem
ganzen künstlerischen Wesen ungemäss sind. Man versteht dieses Streben
bei einem Manne wohl, der, wie Gerhart Hauptmann, eine klare Ein -
sicht von den Wertunterschieden der einzelnen Kunstgebieten besitzt und
von dem Ehrgeiz erfüllt ist, nicht bloss das Höchste in einem an sich
minderen Genre zu leisten; da aber die Kraft dazu so offenkundig fehlt,
würde man es lieber sehen, wenn es ihm nun nicht auch noch an der Er -
kenntnis seiner Grenzen gebräche, und wenn er sich begnügte, der Erste in
seinem Bereiche zu bleiben. Immerhin ist aber der Fall Hauptmann der deut -
lichste Beweis dafür, wie stark die Tendenz ist, vom Naturalismus loszukom -
men. Neben einem so vollwichtigen Beweis aus dem Wesen eines Schaffen -
den hat eine Aeusserung aus dem Lager der Kritik, wie es das Landsbergsche
Heft ist, nur die Bedeutung einer bestätigenden Nebenerscheinung. Doch
ist dies deswegen nicht zu unterschätzen. Die grosse Mehrheit der Deutschen
glaubt in der Kunst nicht dem Schaffen, sondern dem Urteilen, und so
ist bei uns eine künstlerische Sache nicht tot, wenn sie abgestorben ist,
sondern wenn es der Leichenbeschauer sub sigillo [la] erhärtet hat. Das be -
sorgt zu haben ist Landsbergers Verdienst. Dass er über seinen Fest -
stellungen nicht vergessen hat, die wertvollen Seiten am Schaffen Haupt -
manns gebührend hervorzuheben, gibt✎giebt seiner Arbeit einen besonders
sympathischen Zug. O. J. B.type: 'pers', key: 'Bierbaum, Otto Julius'

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Zum Kapitel Litterarische Kritik. — Im vorigen Hefte durften
wir es aussprechen, dass wir zwar einer Ueberschätzung der litte -
rischen Leistungen unser Zeit nicht zuneigen, da wir immer im Auge
behalten, was die grossen Zeiten der deutschen Dichtung hervorgebracht
haben, dass wir aber doch gerade auf dem Felde des poetischen Schaffens,
das zu pflegen wir uns vorgesetzt haben, ein stetiges und schönes Wachs-222

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Metadaten – Jg. II, Heft 2
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Digitalisierung

Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv

Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern

Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)

Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi

Aufnahmedatum: 09.04.2026

Bildaufnahme: Mehmet Emir

Bildbearbeitung: Felix Granadia

Textträger
Signatur(en)

Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)

Objektbeschreibung

Umfang: 118 Seiten mit färbigen Umschlägen und Vorsatzstreifen

Drucktype: Antiqua

Papiersorte: Büttenpapier

Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)

Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt

Einband: Gemeinsam mit den Heften 1 und 3 in einem eigens für die Insel angefertigen, färbigen Schuber aufbewahrt

Copyright OEAW | Impressum/Imprint