ich sehe denn mit den Augen meiner Seele und höre mit den
Ohren meines eigenen Geistes und fühle in allen Gliedern
meines Leibes die heilige Kraft“; — im 7. Buche kommt
dieser Satz vom Künstler also wieder: „Du Allerärmster! be
=
kenntest du wahrhaft die ewige Gottheit, so wär es dir un
=
möglich, du bekenntest denn auch die ewige Menschheit, die da
in der ewigen Gottheit schwebet, und bekenntest auch den heiligen
Geist, der das Herz erleuchtet, alle Süßigkeit in die Seele
gießet und des Menschen Sinn über alle Meister lehret.“ —
Nicht um der Mystik willen möchte ich das fließende Licht
der Gottheit preisen. Eher schon um der Psychologie eines
Weibes willen, wovon sie ein Dokument voll feiner Dinge
ist. Doch wäre beides, die Mystik und das Dokument, gering,
wäre es nicht in dieser reizvollen primitiven Lyrik gegeben, die
so sublime Worte findet, oder in diesen kleinen Epen von der
Messe und von Maria, die voller Kraft des Lebens und Be
=
schreibens sind. Für die, welche ein Aergernis an diesen Ge
=
dichten nehmen, schrieb Mechthild:
- Eia, Herr, ich bitte dich,
- daß du wollest dies Buch bewahren
- vor den Augen der falschen Farbe.
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 07.04.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 104 Seiten mit färbigen Umschlägen inkl. aufgeklebtem Titeletikett und Vorsatzstreifen
Drucktype: Fraktur
Papiersorte: Büttenpapier mit Prägung Insel-Signet
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt
Einband: Einzelheft lose