schen deswegen Mißfallen erregt hat; die Kunst seiner Sprache
hält dieser Beweglichkeit die Wage; seine Art, zu überzeu
=
gen, zu belehren, schmeckt so wenig nach dem Katheder, das
die deutsche Gelehrtenrepublik durchaus nur ein Schütteln
des Kopfes dafür haben kann, während man im Lager der
Kunst sehr glücklich darüber ist, an einem Lehrenden Grazie
wahrnehmen zu können; sein Jnstinkt für das Künstlerische
und für Das, was gerade unsrer Zeit an Kunst not thut, ist
von einer unfehlbaren Sicherheit. Sein Lieblingsgebiet ist
das Theater, sein Streben geht, wie man wohl annehmen
darf, darauf hinaus, einmal der Leiter einer großen Wiener
Schauspielbühne zu sein. Er wird dies Ziel sicherlich errei
=
chen, und die Theaterstadt Wien wird sich dazu gratulieren
dürfen. Einstweilen verfolgt er das Wiener Theaterleben
als sein umfassendster Kritiker. Welche Gestalt die Kritik
in solchen Händen annimmt, wie sie selber zum schöpferischen
Kunstwerk wird, das mag man in dem hier angezeigten Buche
erkennen, in dem man gleichzeitig verfolgen kann, wie Bahr,
um seine eigenen Worte zu gebrauchen, „von unsicheren, aber
desto heftigeren Forderungen einer recht vagen Schönheit nach
und nach doch zu einer reifen Ansicht der dramatischen Kunst
gekommen“ ist. O. J. B.type: 'pers', key: 'Bierbaum, Otto Julius'
⟳metam: @r:circle @f:tab @n:1 Soeben gelangt der erste Band der bei Eugen Die
=
derichs in Leipzig erscheinenden Monographien zur deutschen
127
Gerätetyp: Phase One Mittelformatkamera mit einem Digitalrückteil IQ3/100MP. Digitalisierung mit 80mm Objektiv
Belichtungszeit/Blende: 10MS/6,3 unter Verwendung von Dedo-Lichtern
Dateiformat: Tagged Image File Format (TIFF)
Aufnahme: 600 dpi/Bildspeicherung 300 dpi
Aufnahmedatum: 24.03.2026
Bildaufnahme: Mehmet Emir
Bildbearbeitung: Felix Granadia
Bibliothek ACDH (Abteilung Literaturwissenschaft und Printkulturforschung)
Umfang: 128 Seiten mit färbigen Umschlägen inkl. aufgeklebtem Titeletikett und Vorsatzstreifen
Drucktype: Fraktur
Papiersorte: Büttenpapier mit Prägung Insel-Signet
Papiergröße: Oktavformat (180 mm × 250 mm)
Besonderheiten: Vergilbt, Seitenränder mit Unebenheiten durch Dreiseitenbeschnitt
Einband: Einzelheft lose